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     1. FC Lokomotive Leipzig - FC Carl Zeiss Jena   1 : 1 

  Verein Team 07/08 Saison   Foto-Archiv
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Spielbericht DDR-Oberliga 1975/76

 

 

Kein Optimismus blieb unerschütterlich. "Nach dem Wechsel kommen wir", meinte der Leipziger Alt-Kämpe Manfred Geißler zur Pause im Kabinengang, das wegen einer Bänderzerrung eingegipste Bein vorsichtig bewegend. Freilich mag eine gehörige Portion Wunschdenken bei dieser Prognose mitgespielt haben, denn begründete Hoffnungen auf eine Lok-Steigerung ließ der Gast im ersten Durchgang bei seiner souveränen Spielgestaltung kaum aufkommen. Ja, fast hatte es den Anschein, als würde sich die Lok-Elf in der von ihr gelegten Schlinge verfangen. "Wir wirkten zu vorsichtig", gestand Wilfried Gröbner ein, der sich packende und überaus faire Zweikämpfe mit Peter Ducke lieferte, "was vielleicht daher kam, daß wir nach dem Mittwoch-Treffen Jena gegen Marseille zu großen Respekt hatten."

Tatsächlich begann der Gastgeber zaudernd, operierte nur mit zwei Spitzen, von denen eine, Schubert, stumpf blieb, die andere, Löwe (warum so ungestüm bei dem Angriff auf Grapenthin?), zunächst von Kurbjuweit beherrscht wurde, sich später mehrfach dessen Zugriff entzog. Da aus dem Mittelfeld in dieser Phase weder Frenzel noch Lisiewicz oder Altmann nachrückten, hatte die von Stein umsichtig dirigierte Abwehr kaum Abwehr. Ja, Weise, auch Kurbjuweit und Stein nahmen die Lok-Einladung zur eigenen Initiative dankbar und ideenreich an, schalteten sich in ihr Angriffsspiel ein und boten streckenweise eine souveräne Partie. Das frühe Führungstor, durch Stein nach platzierten Freistoß von Irmscher erzielt ("Ich erwischte den Ball voll mit dem Kopf, und vom Innenpfosten prallte er ins Netz"), sorgte zusätzlich für Sicherheit. So trat Jena nicht nur im blau-gelben Lok-Look an, sondern wirkte auch vor der Pause wie der Hausherr sicher in der Deckung angriffsorientiert, selbstbewußt die eigenen Mittel nutzend. Wenn nicht alle Träume reiften, so wohl auch deshalb, weil Schröder, Göhr und diesmal auch Sengewald unter dem Schnitt blieben, ihnen - im Gegensatz zu den anderen - das Mittwochspiel zu sehr anzumerken war.

"Nach dem Wechsel sollte ich marschieren", meinte Wolfgang Altmann. das tat er dann auch. Mit Erfolg. Er gab das Zeichen zur Attacke, Frenzel nahm es auf, auch Lisiewicz und Löwe, selbst Fritsche und Hammer. Jena stand 20 Minuten unter Dauerdruck. Und da ließ die zuvor so sichere Abwehr Wirkung erkennen. Das kann allerdings auch auf den umstrittenen Strafstoß zurückzuführen sein, der zusätzlich dafür sorgte, daß für kurze Zeit aus der zuvor gebotenen spielerischen Abgeklärtheit Verbissenheit wurde. Immerhin kam Lok jetzt besser ins Spiel, wobei das Geschehen insgesamt - bis auf das durchweg hohe Tempo - zu selten Klassemerkmale aufwies. Trotz einiger Chancen der Leipziger - Grapenthin parierte großartig gegen Altmann (53., Fritsche verzog freistehend 68.), Vogel rettete in Bedrängnis (88.) -, Jena machte sich wieder frei, überwand den Strafstoßschreck und schien in der Schlußphase klare konditionelle Vorteile zu haben.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Einbeck pfiff zu viel, leitete zu wenig. Sicherlich war es richtig, zunächst oft einzugreifen, Ansätze zur Unfairneß zu unterbinden. Dabei bewies er nicht immer Gefühl für den Spielfluß und Vorteil, ahndete einige Vergehen von Leipzigern (Friese an Stein) nicht so konsequent wie auf der anderen Seite. Den Strafstoß mußten selbst eingefleischte Leipziger als Geschenk auffassen. Die Jenaer nahmen ihn allerdings auf dem Platz sportlich -korrekt hin, diskutierten später unter sich leidenschaftlich, ohne dabei unsachlich zu sein.

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                             Report by Klaus Schlegel

 

 

 

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